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Blindenverband fordert Geräusche für Elektroautos




Blindenverband fordert Geräusche für Elektroautos

Das Elektroauto ist eine technische Errungenschaft, die fast immer ausschließlich positiv beurteilt wird, sei es nun in den Medien oder von den Menschen auf der Straße. Einzige Kritikpunkte an der neuen Antriebstechnologie sind meist die leider noch vergleichsweise hohen Preise, welche man für ein Elektrofahrzeug im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Auto bezahlen muss. Davon einmal abgesehen erhält das Elektroauto jedoch stets viel Lob, und Experten gehen davon aus, dass die Zahl derartiger Fahrzeuge zumindest langfristig betrachtet auch auf Deutschlands Straßen immer mehr zunehmen wird. Rechnet man die so genannten Hybridfahrzeuge noch hinzu, so ist bereits heutzutage ein durchaus positiver Trend erkennbar, welcher durch eine künftig noch stärkere Förderung dieser Technologie seitens des Staates weiter ausgebaut werden soll. Doch nicht alle sehen das Elektroauto ausschließlich in einem positiven Licht, denn es birgt für manche Personengruppen auch ungeahnte Gefahren, über die man sich so schnell gar keine Gedanken macht.

Wie der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) nun zu bedenken gab, haben Blinde und Sehbehinderte ein großes Problem damit, dass sie Elektroautos im Straßenverkehr kaum wahrnehmen könnten, da die Fahrzeuge bekanntlich mehr oder weniger geräuschlos über die Straßen gleiten. Was Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer aufatmen lässt, kann sich somit zu einer tückischen Gefahr für sehbehinderte Menschen entwickeln. Aus diesem Grund hat der SBSV gemeinsam mit dem Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) Forscher und Vertreter der Automobilindustrie zu einem zwei Tage dauernden Workshop in die Bundeshauptstadt Berlin eingeladen. Ziel des Ganzen war es, sich direkt und offen miteinander auszutauschen und mögliche Lösungsansätze zu erarbeiten, wie man das Problem konkret in den Griff bekommen könnte. So sollten Standards geschaffen werden, die dafür sorgen, dass sich in Zukunft auch blinde und sehbehinderte Menschen uneingeschränkt über Elektroautos und andere „stumme“ Fahrzeuge freuen könnten, so Renate Reymann, die Präsidentin des Verbandes.

Als Diskussionsgrundlage hat der DBSV ein Positionspapier entwickelt, das sich mit den wichtigsten Punkten des Themas auseinandersetzt. Dabei werden nicht nur die typischen Elektroautos angesprochen, sondern auch andere lautlose Fahrzeuge wie Elektroroller, elektrisch betriebene Fahrräder oder die so genannten „Segways“ werden aufgegriffen. Der DBSV fordert, dass derartige Fahrzeuge in Zukunft mit einem akustischen Signal ausgestattet werden, das die Fußgänger „intuitiv einem sich bewegenden Fahrzeug zuordnen können“, so der Wortlaut im Positionspapier. So sei es wichtig, dass das Signal nicht vom Fahrzeugführer abgeschaltet werden könne und außerdem zweifelsfrei identifizierbar sei. Auf keinen Fall dürfe es etwa mit anderen Signaltönen oder Klingeltönen von Handys verwechselt werden können. Auch müsse erkennbar sein, ob der Fahrer des Fahrzeuges gerade beschleunigt oder abbremst. Wie diese Forderungen nun im Bereich der Elektroautos sowie anderer Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb konkret umgesetzt werden können, das wird die Zeit zeigen, denn schließlich müssen die Hersteller der Elektroautos auch erst einmal entsprechende technische Voraussetzungen schaffen, um die Forderungen umsetzen zu können. Möchte man zukünftig jedoch keine Hiobsbotschaften von toten oder verletzten blinden Personen in der Zeitung lesen, die von einem Elektroauto erfasst wurden, ist es auf jeden Fall wichtig, dass effektive Maßnahmen ergriffen werden. Damit sollte nicht zu lange gewartet werden, denn mit jedem Tag, der verstreicht, sind mehr derartiger Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs.








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